Der Tag der Toten – Dia de los Muertos

Während in den USA und Irland Halloween gefeiert wird, feiern die Mexikaner ihren Dia de los Muertos, den Tag der Toten. 2003 wurde dieser Feiertag von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt und ist somit Teil des Weltkulturerbes.
Grundlage zu dem Fest ist die Vorstellung von den eingeborenen Völkern Mexikos, dass am Dia de los Muertos die Geister der Verstorbenen ihre Familien und geliebten Menschen besuchen kommen. In diesen Kulturen wurde der Tod nicht als das Ende betrachtet. Das Leben selbst wird lediglich als eine Durchgangsstation zwischen verschiedenen Daseinsformen angesehen. Laut der Mythologie verweilt eine Seele nach dem Tot des Körpers am jenseitigen Ort des Todes (span. Mictlan). Die Seele stirbt also nicht und kehrt jedes Jahr an einem bestimmten Tag auf Besuch ins Diesseits zurück, um dann mit den lebenden Verwandten zu feiern.

Kissen- Tag der Toten

Kissen- Tag der Toten

Den Glauben dass zu dieser Jahreszeit die Seelen vom Jenseits ins Diesseits wechseln können verbindet der Brauch mit den Ursprüngen von Halloween. Das ist aber auch das Einzige. Der Dia de los Muertos ist ein ganz eigenständig entstandenes Fest und hat mit Halloween eigentlich nichts zu tun.

Auch wird die Ankunft der Toten nicht gefürchtet, im Gegenteil, die Mexikaner feiern den „Besuch“ ihrer verstorbenen Angehörigen.

 

Was aber wieder Parallelen zu Halloween aufweist ist das Datum und der Grund warum beide Feste zu genau der gleichen Zeit gefeiert werden. Nämlich die christliche Kirche. Nach dem Kalender der Azteken fiel der Dia de los Muertos in den Zeitraum zwischen Ende Juli und Anfang August, wurde aber durch die christlichen Priester der Conquista während des 16. und 17. Jahrhunderts auf  Allerheiligen verschoben, das ja ca. 800 vor Christus vom Mai in den November verschoben wurde (vermutlich wegen Halloween). Wie auch bei Halloween führt die Verschmelzung von Ursprünglichem Brauchtum und Christentum zu dem Fest wie es in heutiger Form besteht.

 

Der Tag der Toten ist ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren der Toten. Es herrscht buntes Treiben. Die Strassen, Wohnungen und Friedhöfe werden prachtvoll mit Blumen und Kerzen geschmückt. Auch mit bunten Todessymbolen wird dekoriert. In den Schaufenster stehen ebenfalls skurrile Todessymbole, Skelette und Schädel in den unterschiedlichsten Ausführungen. Konditoreien produzieren Totenschädel aus Zucker oder Schokolade, sie tragen den Namen der Toten auf der Stirnseite. Ein weiteres beliebtes Naschwerk in diesen Tagen ist das Pan de Muerto, das Totenbrot.

 

In den Wohnungen und zum Teil auch auf öffentlichen Plätzen stehen die Ofrendas, traditionelle Totenaltäre oder Gabentische. Mit reichlich Speisen , Getränken, Blumen und persönlichen Erinnerungsgegenständen gedeckt, sind sie das Zentrum der Feierlichkeiten. Sie dienen dazu, dass sich die Toten nach ihrer langen Reise aus dem Totenreich stärken können.

Tag der Toten salz und Pfeffer

Salz und Pfeffer Streuer

Das Fest dauert vom vom 31. Oktober bis 2. November. Die erste Nacht zum Fest Allerheiligen wird die „Nacht des Hundes“ genannt. Da wird die Ankunft der verstorbenen Kinder erwartet, der Angelitos, der kleinen Engel. In der Nacht auf den 2. November werden dann die Seelen der verstorbenen Erwachsenen ebenfalls im Haus empfangen. Anschließend findet auf den Friedhöfen wieder der Abschied von den Verstorbenen statt. Dort werden mitgebrachte Speisen gegessen, es wird getrunken, musiziert und getanzt. Um Mitternacht, wenn für die Verstorbenen wieder die Zeit gekommen ist ins Jenseits zurückzukehren, ist das Fest ist zu Ende, bis die Toten im nächsten Jahr zurückkehren.

Interessante Links:

Tag der Toten Wikipedie

Kuriose Feiertage

Brauchwiki


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